Donnerstag, 3. Januar 2013

Woche 1 - zweireihige Strickjacke

Wie gestern angekündigt, habe ich eine kleine Strickjacke (um genau zu sein Gr. 92) genäht.

Die Inspiration kam von ZARA.

Ich habe versucht, ein kleines Tutorial dazu zusammenzustellen und hoffe, dass es nicht allzu chaotisch ist (es gibt doch noch erste Male :-).

Mir ist es ein großes Anliegen, dass v.a. die Kinderkleider, die ja viel aushalten müssen, aus schon bestehender Kleidung gemacht werden. Außerdem hat es den netten Nebeneffekt, dass es den Geldbeutel schont.


Der Rollkragenpullover, der für das heutige Projekt geopfert wurde, stammt aus dem Quicki-Markt und hat schlappe 2€ gekostet. Sollte meine Kleine die Jacke also mit Schokolade schmücken, wäre der Schaden wirklich zu ertragen :-)

Der Schnitt stammt aus der Herbst-Ottobre 2012 für Kinder und ist eigentlich ein Raglan-Shirt. Ich habe dieses Shirt schon ein paar Mal genäht und jetzt festgestellt, dass es meiner Kleinen recht großzügig passt. Und da Strickstoff sich dehnt, ist da noch Potential.
Zunächst habe ich den Pullover an allen Nähten entlang aufgeschnitten (leider ohne Foto). Dann hab ich das Rückenteil im Stoffbruch aus dem Rückenteil des Pullis zugeschnitten. Da der Pulli einen schönen Saum hat, habe ich die Saumzugabe weggelassen (siehe Foto).


Bei den Ärmeln war es ähnlich: eigentlich werden die Ärmel des Shirts mit Bündchen versäubert. Da der Pullover aber schon ein ausreichend großes Rippenbündchen hat, hab ich den Ärmelschnitt direkt an diesem angelegt und ausgeschnitten. Beim 2. Ärmel dran denken, den Schnitt spiegelverkehrt aufzulegen!


Da auf der Strickjackenvorderseite eine breite Knopfleiste sein soll, hab ich das Pullovervorderteil zusammengefaltet und an die OFFENE Kante die Seitennaht des vorderen Schnittteils angelegt. Nicht im Stoffbruch - wie eigentlich angeben - zuschneiden. Beim Saum wie beim Rückenteil verfahren. Den Halsausschnitt bis zur Stoffbruchkante verlängern und diese dann aufschneiden. Ich hatte Glück, dass der Pullover so groß war, dadurch hatte ich ordentlich Spielraum (9cm) für die Knopfleiste.


Dann kommt der Kragen dran. Spannende Geschichte! Der Originalrollkragen hatte eine Naht, die ich vorsichtig weggeschnitten hab. Dann hab ich den aufgeschnittenen Rollkragen in der Mitte gefaltet und auf ein Blatt Papier gelegt, um mir einen Schnitt zu erstellen: Da die untere Kante ja schon versäubert ist, soll sie bei der Jacke dann auch außen liegen. Also braucht man hier keine Nahtzugabe mehr. Genauso siehts beim Stoffbruch aus: keine Nahtzugabe. Ich habe die untere Kante und den Stoffbruch nachgezeichnet.


Dann habe ich den Kragenschnitt vervollständigt: In umgeschlagenem Zustand sollte der Kragen etwa 3cm breit sein, also hab ich die Stoffbruchlinie 6cm lang gezeichnet. Dann hab ich eine parallele Linie (6cm Abstand) zur unteren Kante gezeichnet und zum Ende hin nach unten gekrümmt, damit dieser schöne auslaufende Effekt im Kragen entsteht. An dieser Linien hab ich dann noch 1cm Nahtzugabe hinzugefügt. Dann den Schnitt erst aus dem Papier ausschneiden und dann aus dem Rollkragenrippenstoff.



Jetzt gehts ans Nähen: Je einen Ärmel und ein Vorderteil rechts auf rechts zusammenlegen und an den Ärmelnähten zusammennähen. Ich hab meine Berni (Bernette 610) benutzt, aber es geht genauso gut die normal Nähmaschine mit nem Elastikstich.


Dann die beiden Ärmel rechts auf rechts an das Rückenteil nähen. Hier ist Ärmel Nr.1 dran:

Ausgebreitet sieht das dann erstmal so aus:

von links nach rechts: Vorderteil - Ärmel - Rückenteil

Mit beiden Teilen dann so:


Ab dem nächsten Schritt erkennt man dann auch, dass das mal ne Jacke werden soll :-) Das ausgebreitete Teil wird nun rechts auf rechts zusammengefaltet, so dass Vorder- und Rückenteil aufeinanderliegen und die Ärmelkanten sich treffen. Dann die Ärmel- und Seitennähte zusammenpinnen und in einem Rutsch zusammennähen. Ich persönlich fang immer an der Ärmelkante an und näh dann Richtung Saum.



Dann hab ich die Jacke auf das Rückenteil gelegt und die Seitennähte ordentlich ausgerichtet, damit ich die Knopfleisten bearbeiten kann. Dazu hab ich die Vorderteile übereinandergelegt und dann die Vorderkanten so lange umgeschlagen, bis beide Knopfleisten gleich breit waren (bei mir waren es 6cm bis zum Ziel).


Da ich schlechte Erfahrungen mit dem Anfertigen von Knopflöchern gemacht hab, lag es nahe, die Knopfleisten mit Klebeeinlage zu stabilisieren. Letztlich braucht man ein Rechteck, dass so lang und breit wie der ebengebildete Umschlag ist. Bei mir waren das dann 33,5cm x 6cm. Diese hab ich dann 2x aus Vlieseline zugeschnitten.


Den nächsten Schritt habe ich eigentlich nur eingefügt, weil ich jetzt ne Overlock hab. Vorher ohne, hätte ich mir das erspart. Strick franst ja nicht aus. Aber versäubert siehts halt schöner aus. Ich hab die Knopfleistenumschläge wieder aufgefaltet und die Kante versäubert. Danach hab ich die Einlage aufgebügelt und die Garnenden gleich mitverklebt. Ich bin ein Fuchs...


Dann den Umschlag an der Einlagekante wieder nach innen umschlagen und bügeln.


Nun kommt der Kragenteil:
Zunächst misst man den gesamten Halsausschnitt nach (bei diesem Modell 46cm) und markiert 1/4-Stellen. Ich hab hierbei einen Trickmarker verwendet (welcher zu den besten Erfindungen, seit es Nähmaschinen gibt, zählt).


Das gleiche macht man beim Kragen an der langen gebogenen Kante.

Dann pinnt man den Kragen an den Halsausschnitt (rechts auf rechts) und lässt die Markierungen aufeinandertreffen.


Dann werden die beiden scheinbar nicht aufeinanderpassenden Teile zusammengenäht, wobei das Kragenteil soweit gedehnt wird beim Nähen, dass es die gleiche Länge hat wie der Halsausschnitt. Ich hangel mich immer von Markierung zu Markierung bei diesen Stellen. Leider hab ich vergessen hiervon ein Bild zu machen. Also gut vorstellen...

Anschließend die Nahtzugabe innen nach unten legen und von außen rundrum absteppen.

Dann die Knopfleiste vertikal absteppen, so dass man sie am Vorderteil fixiert.

Danach hab ich 4 Blumenknöpfe so auf der Knopfleiste positioniert, wie sie nachher erscheinen sollen und habe die obere und untere Kante jedes Knopfes mit Trickmarker markiert.
Die Knöpfe zur Seite legen und die Markierungen verbinden, damit die Knopflöcher genäht werden können.

Anschließend habe ich die beiden Knopfleisten wieder genau aufeinandergelegt und mit dem Trickmarker durch die Knopflöcher die Position der Knöpfe auf die untere Knopfleiste übertragen. Dann die Knöpfe annähen.



So sieht's dann aus:
Zum Schluss hab ich aus Dekosatinband ein Schleifchen mit der Hand an die obere vordere Ecke angenäht:

Und das ist die fertige Jacke:

Ich hoffe, man konnte dem Tutorial folgen! Bitte meldet doch mal kurz zurück, ob es hilfreich war, an welchen Stellen Infos fehlen etc. Puh, hätte nicht gedacht, dass es so viel Arbeit macht. Zum Glück hatte ich jetzt zwei Tage Urlaub!
Aber nun hat meine Kleine ne neue warme Strickjacke. Bei uns sind zwar Plustemperaturen, aber diese kalte Nässe lässt uns trotzdem ganz schön frieren.

Macht Euch warme Gedanken oder einfach eine warme zweireihige Strickjacke :-)

Viele Grüße!

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