Dienstag, 4. März 2014

Nestbaufieber - Hosen mit gerafftem Bund (Minitutorial)


Hallo zusammen und willkommen zu einer neuen Runde im Nestbaufieber! Das hat mich übrigens in den letzten zwei (stillen) Wochen nicht wirklich verlassen, aber Nähen ist mit so ner Kugel irgendwie doch echt anstrengend... So ein Mist! Jetzt hab ich noch Zeit dazu, aber nicht die richtigen Körpermaße! ;-)

Nichts desto trotz ist hier wieder - wenn auch langsam - etwas entstanden: zwei Minihöschen mit Popoeinsatz. Der Schnitt stammt aus meiner ersten Ottobre (01/2012) und wurde schon mal für Babygeschenke vernäht. In meiner Stoffopfersammlung bettelte mich dann neulich ein einsames rotes T-Shirt um Verwendungsgnade an und da konnte ich beim besten Willen nicht NEIN sagen. Also Zack zugeschnitten. Das schöne an dem Schnitt: ohne Beinbündchen hat man genau 2 Teile!!! Das Hosenteil und den Einsatz!!! Natürlich hab ich für Letzteren auch Stoffreste genommen. Man hat doch immer diese schmalen hohen Reste, von denen man sich nicht trennen kann, aber zum Entsorgen sind sie auch zu schade.

Und ich war mal wieder faul. Ja, ich mach gerne Sachen selber, aber wenn ich es abkürzen kann, dann kürze ich ;-) Wie bei diesen Höschen:
Ich hab die Hosen um die angegebene Breite des Bundumschlags gekürzt und die Schnittkante mit Zick-Zack-Stichen versäubert (ein Rollsaum einer Overlock wäre noch eleganter).

Nun kommt mein Lieblingsteil: Elastisches Nähgummi! Es wird auf ganz normalen Garnrollen verkauft und muss per Hand auf ein Spulchen (mit minimalem Zug) aufgewickelt werden (Bild 1). Dieses setzt man ganz normal in die Nähmaschine ein und holt es als Unterfaden nach oben. Dabei sollte der Gummianfang großzügig heraushängen (Bild 2). Anschließend noch die Fadenspannung etwas lockern (Bild 3) und einen 3-4mm langen Geradstich einstellen (Bild 4).

Genäht wird nun in Runden von der Bundkante abwärts. Meine erste Runde beginnt füßchenbreit entfernt von der oberen Kante (Bild 1). Meine Nähmaschine macht beim Nähen recht interessante Geräusche. Falls das bei Euch auch so ist, beobachtet genau, ob sie den Stoff normal transportiert oder ob irgendwo etwas nicht so ganz rund läuft. Normal ist auf jeden Fall, wenn sich der Stoff hinter dem Füßchen zu kräuseln beginnt (Bild 2)!

Nun gibt es mehrere Möglichkeiten, wie man zur nächten Runde kommt:

  • Fäden vernähen, abschneiden und neue Runde ansetzen,
  • die Runden spiralartig verbinden (also die erste Runde in die zweite fließen lassen) oder
  • (meine Variante) bis zum Rundenanfang nähen, stoppen mit Nadel oben (Bild 1), den Nähfuß um Füßchenbreite nach links versetzen (Bild 2 und 3) und die nächste Runde beginnen. Bei den kommenden Runden müssen die Kräuselungen der Vorrunden etwas gedehnt werden. Ich hab bei einer Hose 4, bei der anderen 5 Runden genäht. Ganz wichtig: Verknotet die Fadenenden sorgfältig, da sich das Gummi sonst unter der ständigen Dehnung zurückziehen könnte.


Nun kommt der letzte, wichtige und vor allem witzige Schritt: DÄMPFEN!!! Vor zwei Jahren hätte ich das ganze Projekt beim Vernehmen des Wortes DÄMPFEN hingeschmissen. Das klingt so alt und bieder. Aber hierbei ist es echt witzig: Stellt das Bügeleisen auf 2-3 Punkte und Dampffunktion ein. Dann HALTET Ihr das Bügeleisen mit dem Dampf ganz nah über den Kräuselbund und seht, wie sich der ganze Bund wie durch Magie zusammenzieht. Spooky!
Und fertig! Yeah Yeah!

Bin schon so gespannt, wie sie unserem Baby passen werden. Ottobreschnitte sind ja recht großzügig, was die Passform betrifft.

Und nun ab damit zum Creadienstag und zum Upcyclingdienstag!

Viele Grüße!



1 Kommentar:

  1. Die Hosen sind so hübsch geworden, liebe Mareike,
    ich wünsche weiterhin eine gute und schaffensfrohe Zeit trotz Körpermaßen :-)
    Beste Grüße von Nina

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